Hilfszügel - Arten und Verwendung

Heute gibt es mal ein richtiges Streitthema: jeder meint, es besser zu wissen. In diesem Artikel möchte ich nicht meine eigene Meinung zum Ausdruck bringen, sondern aufklären.

Die Auswahl ist groß, doch was eignet sich am Besten? Zuerst sollte man sich die Frage stellen, ob es wirklich nötig ist, Hilfszügel zu verwenden. Natürlich ist die richtige Verschnallung und Verwendung wichtig und, dass das Pferd zufrieden ist. Ebenfalls gehe ich bewusst nicht auf die genaue Verschnallung ein, da ich der Meinung bin, dass man sich so etwas immer persönlich erklären lassen sollte. Dieser Artikel stellt eine Übersicht dar.

Dreieckszügel

  • erleichtern den Pferden die Suche nach der Anlehnung, genauer gesagt das Erreichen einer gewissen Dehnungshaltung
  • der Hilfszügel muss so verschnallt werden, dass das Pferd noch sichtbar vor der Senkrechten ist und der innere Teil auf gebogener Linie leicht durchhängt

Positiv:
ermöglicht die Dehnung ans Gebiss und verhindert das „Aufs Gebiss legen“ des Pferdes
Negativ:
das Pferd neigt mit diesem Hilfszügel zum Einrollen und unterstützt das Laufen auf der Vorhand

Schlaufzügel

  • kann sowohl hoch, als auch tief verschnallt werden; die hohe Verschnallung dient dazu, das Pferd zum Nachgeben im Genick zu animieren oder auch zu zwingen, die tiefe Verschnallung dahingegen dient lediglich zur Aufrichtung
  • Schlaufzügel können den Pferden in den falschen Händen große Schmerzen bereiten, deshalb: „Schlaufzügel gehören nur in die Hände von Profis“, auch wenn diese sie meistens gar nicht verwenden

Positiv:
die Wirkung kann genau dosiert werden
Negativ:
können in den falschen Händen große Schäden anrichten

Stoßzügel

  • mit diesem Hilfszügel kann das Pferd seinen Kopf kaum noch heben und soll es deshalb zum vorwärts- abwärts animieren
  • sollte so lang sein, dass das Pferd, wenn es auf Höhe des Buggelenkes ist, noch eine Hand Platz vor der Senkrechten hat

Positiv:
seitlicher Freiraum für das Pferd
Negativ:
Gegendruck (besonders auf das Gebiss)

Halsverlängerer

  • dieser Hilfszügel soll dem Pferd die Streckung nach unten zeigen, mit dem Prinzip Druck auf das Genick aus zu üben

Positiv:
/
Negativ:
starker Druck, dessen Reaktion Gegendruck ist

Gogue

  • die Funktion und der Aufbau ähneln dem Chambon: das Pferd soll im Genick nachgeben und den Kopf senken, bewirkt durch Druck aufs Genick
  • im Gegensatz zum Chambon wird es ebenfalls beim Reiten verwendet

Positiv:
fördert Dehnungshaltung und das Pferd bleibt, wie beim Chambon, vor der Senkrechten
Negativ:
wie bei anderen Hilfsmitteln: keine seitliche Begrenzung und Anlehnung

Thiedemannzügel

  • soll dem Pferd die Dehnungshaltung zeigen, es funktioniert ähnlich wie die Schlaufzügel
  • geht das Pferd gegen die Hilfen an, so verschärfen sich ebenfalls die Hilfen des Reiters

Positiv:
Im Vergleich zu den Schlaufzügeln gibt es kein weiteres Zügelpaar
Negativ:
nicht für Pferde, die sich gerne den Reiterhilfen entziehen, geeigent

Martingal

  • das Martingal findet seine Verwendung häufig im Springsport, es soll lediglich verhindern, dass die Pferde ihren Kopf hochreißen können

Positiv:
ruhige Kopfhaltung des Pferdes und anfängergeeignet
Negativ:
gibt keine seitliche Begrenzung vor und ist ungeeignet fürs Longieren

Vorderzeug

  • es gibt viele verschiedene Arten, zum Beispiel: 3-Punkt- und 5-Punkt-Vorderzeug, ebenso wie das Westernvorderzeug
  • eine Funktion ist, dass das Rutschen (besonders beim Springen) verhindert wird
  • in Kombination mit einer Martingalgabel wird zusätzlich das Hochreißen des Pferdekopfes verhindert
  • Zudem wird verhindert, dass das Pferd im Falle eines Sturzes in die Zügel treten kann und die Zügel über den Hals rutschen

Positiv:
die obengenannten Funktionen und die Vorteile des Martingals
Negativ:
/

Chambon

  • findet seinen Einsatz hauptsächlich beim Longieren, es soll dem Pferd den Weg ins vorwärts- abwärts zeigen
  • es unterstützt das Pferd im Takt und bei der Losgelassenheit

Positiv:
fördert die bereits erwähnten Punkte und zieht das Pferd nicht hinter die Senkrechte
Negativ:
keine Anlehnung und erneut keine seitliche Begrenzung fürs Pferd

Longierhilfe

  • wird ebenfalls beim Longieren verwendet und soll auf Grund dessen, dass das Pferd „vorwärts- abwärts“ läuft, Hals- und Rückenmuskeln trainieren

Positiv:
/
Negativ:
Pferd wird in die Haltung gezwungen und bei jedem Schritt gibt es einen Ruck ins Gebiss und die Longierhilfe könnte für das Pferd alleine durchs Scheuern unangenehm werden

Hiermit habt ihr eine Auflistung der gängisten Hilfszügel. Es gibt natürlich noch viel mehr. Kein Pferd sollte dauerhaft mit Hilfszügeln laufen, da dabei der Bewegungsapparat des Pferdes langfristig eingeschränkt wird.

Liebe Grüße
eure Vanessa

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