Das erste Turnier

Plötzlich kommen die langersehnten Worte des Trainers: „Ihr seid soweit. Beim nächsten Hausturnier des Vereines könnt ihr euch an eurer ersten Turnierprüfung versuchen.“
Endlich ist es soweit! Das erste Turnier steht an.

Ich kann mich an mein erstes Turnier noch sehr gut erinnern und ich weiß auch, wie aufregend es ist. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, in welcher Prüfung man denn starten soll... Ein Reiterwettbewerb oder doch den Dressurreiterwettbewerb? Haus- und Spaßturniere sind meistens WBO- Turniere. WBO heißt Wettbewerbsordnung für den Breitensport. Auf diesen Turnieren ist das Prüfungsangebot meistens gleich, es gibt:

  • Reiterwettbewerb
    Bei den Reiterwettbewerben gibt es unterschiedliche Arten aber am häufigsten kommt der „einfache“ Reiterwettbewerb vor. Hierbei wird ausschließlich der Sitz und die Einwirkung des Reiters bewertet. Geritten wird nach den Weisungen des Richters im Schritt, Trab und Galopp. Zusätzlich werden noch einfache Hufschlagfiguren wie Zirkel abgefragt.
  • E- Dressur
    Benotet wird hier zur Hälfte die Einwirkung und der Sitz und zur anderen Hälfte wie genau und korrekt das Pferd die Lektionen ausführt. In der Ausschreibung steht meist welche Aufgabe geritten wird, so kann man die Aufgabe vorher schon auswendig lernen. Alternativ kann man die Aufgabe auch durch einen eigenen Kommentator vorlesen lassen. Jede Dressurprüfung beginnt und endet mit der Grußaufstellung frontal zu den Richtern.
  • Springreiterwettbewerb
    Der Springreiterwettbewerb ist ein netter Einstieg um auf Turnieren Springluft zu schnuppern. Auch hier gibt es unterschiedliche Arten, die allerdings ebenfalls in der Ausschreibung zu finden sind. Hierbei müssen die Reiter meist 4-5 Hindernisse, nicht höher als 60cm, überwinden.
  • E- Springen
    Ein E- Springen ist anspruchsvoller. Nun muss der Reiter einen gesamten Parcours, bestehend aus 7-8 Hindernissen, in Höhe von bis zu 90cm überwinden. Das Springen kann sowohl als Stil, als auch als Zeit ausgeschrieben werden. Bei Stilspringprüfungen wird der Rhythmus, das Grundtempo und Gleichgewicht benotet.


Nach der Prüfung erhalten die Prüflinge eine Wertnote, hierbei geben die Richter Noten zwischen 0 und 10. Und das bedeuten die Noten: 0 (nicht ausgeführt), 1 (sehr schlecht), 2 (schlecht), 3 (ziemlich schlecht), 4 (mangelhaft), 5 (genügend), 6 (befriedigend), 7 (ziemlich gut), 8 (gut), 9 (sehr gut), 10 (ausgezeichnet). Den Richtern ist es immer vorbehalten das Reiter-Pferd-Paar zu disqualifizieren, zum Beispiel aufgrund von Lahmheit oder unfairem Verhalten dem Pferd gegenüber. Beim Springen ist nach der dritten Verweigerung Schluss.

Wenn alle Reiter gestartet sind, kommt es zur Siegerehrung. Mindestens 1/3 aller Starter werden platziert. Neben kleinen Sachpreisen gibt es auch eine Schleife. 1.Platz: gold, 2.Platz: silber, 3.Platz: weiß, 4.Platz: blau, 5. Platz: rot, alle anderen Platzierten erhalten eine grüne Schleife. Die Ehrenrunde erfolgt entweder im Trab oder Galopp, angeführt von den Siegern.

An einem WBO- Turnier kann jeder teilnehmen. Das Pferd muss also nicht als Turnierpferd eingetragen sein und der Reiter braucht keine Turnierjahreslizenz. Ob man Mitglied in einem Reitverein sein muss, ist von Turnier zu Turnier unterschiedlich. Auch wenn es auf den kleineren Turnieren nicht immer kontrolliert wird, sollte zum Wohl aller Pferde der Impfschutz aktiv sein. (2xjährlich Influenza, alle 1-2 Jahre Tetanus) Außerdem empfiehlt es sich immer, einen erfahrenden Helfer mitzunehmen. Genannt werden die Turniere auf dem dafür vorgesehenen Formular. ( Der Link: https://www.pferd-aktuell.de/shop/index.php/cat/c104#21420).

Und ein letzter Tipp, um vor Aufregung nichts zu vergessen ist eine Checkliste:

Für den Reiter

  • Turnierreithose
  • Jackett 
  • Turniershirt/-Bluse
  • Reitstiefel / Stiefeletten und Chaps
  • Gürtel
  • weiße Reithandschuhe
  • Reithelm
  • Sporen
  • Gerte
  • Sicherheitsweste


Für das Pferd

  • Sattel
  • Sattelgurt
  • Trense
  • Schabracke
  • Kopfnummern
  • Beinschutz
  • Vorderzeug/ Martingal
  • Fliegenohren
  • Fliegen- bzw. Abschwitzdecke
  • Transportgamaschen
  • Mähnengummis


Sonstiges

  • Equidenpass
  • Personalausweis
  • Führerschein, Fahrzeugpapiere
  • Zeiteinteilung und Wegbeschreibung
  • Heunetz, Kraftfutter
  • Mistboy und Besen
  • Wassereimer
  • Ersatzhalfter und Strick


Liebe Grüße
eure Vanessa

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